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Mit alternativen Produktdaten gewähren Sie bestimmten Käufergruppen abweichende Preise oder Produktkonditionen. Ausgelöst wird das entweder über das Kundenkonto oder über einen Marketing-Link. Der Unterschied zum testweisen Anreichern von Produktdaten, dem ProductDataFieldInjection, liegt in der Quelle. Alternative Produktdaten kommen aus der Warenwirtschaft. Damit sind nicht nur Preisanpassungen möglich, sondern komplett abweichende Produktdaten.

Funktionsweise

Drei Fragen entscheiden über den Ablauf und die nötigen Einstellungen. Klären Sie diese, bevor Sie mit der Konfiguration beginnen.

Woher kommen die Daten?

Es gibt zwei Quellen, und daraus ergeben sich die beiden Integrationswege weiter unten.

Wann ein Eintrag aktiv ist

Beim Aufruf des Shops prüft WEBSALE V8s, ob für den Käufer oder die Session mindestens ein Eintrag aktiv ist. Aktiv ist ein Eintrag, wenn seine Kriterien erfüllt sind. Dazu zählen:
  • ein Gültigkeitszeitraum von und bis
  • der Aufruf im Testmodus oder im Produktivbetrieb
  • der Subshop
  • eine Aktivierung im Kundenkonto des Käufers
  • eine Aktivierung über einen URL-Parameter
Preisbeeinflussende Elemente wie Kundenrabatte und prozentuale Gutscheine lassen sich ausschließen. Dafür überschreiben Sie in den alternativen Produktdaten die entsprechenden Standardfelder, beispielsweise die Rabattierfähigkeit.

Mehrere aktive Einträge

Es können mehrere Einträge gleichzeitig aktiv sein. Über den Parameter Priority legen Sie ihre Gewichtung fest. Die Standarddaten des Produkts werden dann einmalig mit den am höchsten gewichteten alternativen Daten angereichert oder ersetzt. Existieren für diesen Eintrag keine alternativen Daten, greift der Eintrag mit der nächstniedrigeren Priorität, für den welche vorliegen.
Alternative Produktdaten haben drei Grenzen, die Sie vor der Planung kennen sollten:Sie lassen sich nicht an die Datenfeeds des DataflowManagers übergeben.Sie sind in aggregierten Funktionen nicht nutzbar, also nicht in Suche, Sortierung und Filterung. Ein alternativer Preis wirkt sich damit beispielsweise nicht auf eine Preissortierung aus.Sie lassen sich nur für Produkte mit abhängigen Varianten verwenden, beziehungsweise für voll aufgelöste abhängige Variantenkombinationen.

Voraussetzungen

Für beide Wege gilt:
  • Sie nutzen den Artikelimport Pro.
  • Das Feature muss von WEBSALE für Ihren Shop freigeschaltet werden. Sprechen Sie dazu Ihren WEBSALE-Ansprechpartner an.
Die Konfiguration erfolgt in beiden Fällen in der Datei product_alternatives.cfg im Verzeichnis /konfiguration/. Legen Sie sie an, falls sie noch nicht vorhanden ist.

Weg 1: Preis-Regeln anwenden

Im folgenden Beispiel werden die Produktpreise um 20 Prozent reduziert, sobald beim Käufer im Adressdatenfeld Suffix5 der Rechnungsadresse der Wert aktiv steht. Die Regel gilt vom 21.03.2022 um 12 Uhr bis zum 01.01.2025 um 0 Uhr.
Der Zeitraum folgt dem Format JJJJMMTT-HH, die Stunde ist optional. Test = yes bedeutet, dass der Eintrag zunächst nur im Testmodus greift, siehe den Abschnitt zum Testen weiter unten. Referenz: Konfiguration product_alternatives.cfg

Weg 2: Alternative Produktdaten-Dateien nutzen

Hier liefert die Warenwirtschaft eine zweite Produktdaten-Datei, die die erste ganz oder teilweise ersetzt.

Datei anlegen

Der Dateiname besteht aus dem Namen der ursprünglichen Produktdaten-Datei und einem frei wählbaren technischen Suffix. Erlaubt sind alphanumerische Zeichen sowie Bindestrich, Unterstrich und Punkt. Liegen die ursprünglichen Produktdaten in 1234.prg, heißt die alternative Datei beispielsweise 1234.prg-apd.
Die alternative Datei muss alle Produktdaten enthalten, nicht nur die abweichenden Felder.Hat ein Produkt Basisdaten, alternative Daten für eine Marketing-Kampagne und alternative Daten für bestimmte Kunden, lassen sich diese nicht einzeln aktualisieren. Wird das Produkt aktualisiert, müssen immer alle Dateien geliefert werden, die alternativen wie die regulären.

Konfiguration ergänzen

Im folgenden Beispiel werden im selben Zeitraum alternative Produktdaten verwendet, sobald der Shop mit dem URL-Parameter pafirsttest=aktiv aufgerufen wird, also beispielsweise über https://www.xyz.de/?pafirsttest=aktiv.
Der Suffix aus dem Dateinamen steht dabei in AlternativeProductDataFileExtension. Beide Angaben müssen zusammenpassen, sonst findet der Shop die Datei nicht.

Ursprüngliche Preise anzeigen

Dieser Schritt ist optional, für die Preisdarstellung aber meist entscheidend. Überschreibt die Funktion ein Datenfeld, in diesem Fall den Preis, kann der Designer im Template nicht erkennen, dass der reguläre Preis ein anderer war. Dafür gibt es die Shadow-Tags. Mit ihnen zeigen Sie den ursprünglichen Preis zusätzlich an, beispielsweise als Streichpreis. Produktdetailansicht ws_product.htm:
Warenkorbseite ws_basket.htm:
Beide Beispiele setzen voraus, dass im Eintrag UsePriceShadowingVariables = yes gesetzt ist. Die Klammerung APD-UsePriceShadow prüft genau das.

Informationen zum aktiven Eintrag ausgeben

Ebenfalls optional, für die Fehlersuche aber sehr nützlich. Auf einem beliebigen Template geben Sie damit aus, welcher Eintrag gerade greift und mit welchen Einstellungen.
Die Zeile FileExtension ist nur beim Weg über die Produktdaten-Dateien gefüllt.

Testen und live schalten

Solange Test = yes gesetzt ist, greift der Eintrag nur im Testmodus. Rufen Sie den Shop entsprechend auf und prüfen Sie, ob die alternativen Daten wie erwartet angewendet werden.
Nach dem Test beenden Sie den Testmodus.
Verläuft der Test erfolgreich, stellen Sie im Eintrag Test auf no. Damit greift er im Produktivbetrieb.
Wegweiser: Testmodi des Shops ein- und ausschalten